Die Foodtruck-Premiere geht schief? Du hast kein gutes Feedback der Kunden bekommen oder du hast die Materialkosten aus dem Blick verloren? Wir verraten dir die häufigsten Fehler bei einem Foodtruck und wie du sie vermeidest.
Foodtruck (gelber Schulbus) auf Tieflader geladen

„Wir sind Morgen leider nicht on Tour ;-( Unser Bus hat ein Aua“. Foto: © Don Burrito / Facebook

Ein Foodtruck bietet dir die Chance, deinen Traum von der Selbständigkeit und schier unendliche Freiheiten zu verwirklichen. Ihr könnt eure eigenen Gerichte umsetzen und Kunden im ganzen Land und darüber hinaus glücklich und satt machen.

Doch bei all der Begeisterung übersieht man häufig typische Fehler, die man als Foodtrucker machen kann. Wir listen die zehn häufigsten auf. Und das Wichtigste: Wir verraten euch, wie ihr sie vermeidet.

Die 10+1 häufigsten Fehler bei einem Foodtruck inklusive Lösung

Fehler 1

Du fährst die veröffentlichten Standorte überhaupt nicht oder zu anderen Zeiten an.

Zuverlässigkeit ist das allerwichtigste im Foodtruck-Business. Wenn ihr eure Termine – ja vielleicht auch ganze Touren – veröffentlicht und dann nicht erscheint, ist das im Augen des Kunden unverzeihlich. Das wieder gut zu machen ist sehr schwer und kostet jede Menge Zeit und Geld.

Fehler 2

Bei der Eröffnung läuft (fast) alles schief

Das Fleisch ist angebrannt, ihr braucht für die Ausgabe des Essens viel zu lange und ihr habt vergessen, euren Standort rechtzeitig öffentlich zu machen. Eure Foodtruck-Premiere testet ihr besser privat mit einem ausgewählten Publikum, bevor es an die Öffentlichkeit geht. Oder ihr probiert euer Konzept zuvor mit einem Streetfood-Stand aus.

Fehler 3

Man hält zu sehr an seinen eigenen Wünschen fest und hört nicht auf den Kunden.

Gerade im Foodtruck-Business erhält man täglich direktes Feedback und sollte sich diesem nicht verschließen. Konstruktives Feedback erhaltet ihr auch von anderen Truckern oder Freunden, die offen zu euch sind.

Fehler 4

Schlechter Service

Wenn ihr einmal nicht vor Ort seid, repräsentieren die jeweiligen Servicekräfte euren Foodtruck. Achtet deswegen darauf, dass sie gut ausgebildet, fair bezahlt und motiviert sind.

Fehler 5

Ihr habt keine Rezepte aufgeschrieben

Eure Gerichte bereitet ihr eher nach Daumenmaß zu? Schlechte Idee, denn so habt ihr nicht nur wechselnde Qualitätsstandards, sondern ihr verliert auch die Lebensmittelkosten aus den Augen. Deswegen: Rezepte festhalten und für alle Mitarbeiter sichtbar machen (sofern es die Zubereitung betrifft).

Fehler 6

Schlechter Umgang mit Social Media

Euren Facebook-Account pflegt ihr eher als Hobby und eine eigene Homepage empfindet ihr als unnötig? Kaum ein anderes Business ist so eng mit den sozialen Medien verknüpft wie das der Foodtrucks. Änderungen am Fahrplan, neue Gerichte etc. müssen schnell kommuniziert werden. Auf Facebook und Co. erhaltet ihr zudem Feedback, das euch manche Kunden evtl. persönlich vorenthalten (s. 1.). Eine eigene Homepage ist zudem wichtig, wenn es um den Kontakt mit Geschäftskunden oder Catering geht – nicht jeder nutzt Facebook. Hier unsere Tipps für Foodtrucker im Umgang mit Social Media.

Fehler 7

Keine Rücklagen für Eventualitäten

Falls mal ein unvorhergesehener finanzieller Engpass entsteht und ihr plötzlich keine Waren mehr besorgen könnt, kann euer Truck bald dicht machen. Zudem könnt ihr nicht davon ausgehen, ab dem ersten Tag profitabel zu sein. Deswegen sind eine langfristige Kalkulation und gewisse Rücklagen wichtig.

Fehler 8

Keine Marktanalyse

Auch wenn Foodtrucks noch nicht überall in Deutschland stehen: Informiert euch, wie das Essensangebot in der Nähe ist, welche Spezialitäten die Region zu bieten hat und wo potentielle Kunden zu finden sind. Tipps z.B. für einen veganen Truck und die Standortwahl (bzw. die Frage, ob sich ein solcher an bestimmten Orten lohnt) haben wir unter »Gibt es für jeden Ernährungstrend einen Foodtruck?« für euch gesammelt. Auch die Standortsuche kann schwierig sein, daher haben wir für euch 8 elementare Tipps für ein erfolgreiches Tagesgeschäft zusammengestellt.

Fehler 9

Abwesend sein

Ihr schaut nur gelegentlich beim eigenen Truck vorbei und denkt, dass die Mitarbeiter das schon schaffen? Klar ist ein Foodtruck auch immer Teamarbeit, aber es bedeutet oft schweißtreibende Arbeit und persönlichen Einsatz. Ohnen diesen kann man auch nichts verdienen. Zudem können die Kunden dich auch nur dann kennenlernen, wenn du auch selbst vor Ort bist.

Fehler 10

Ihr schafft keine eigene Marke

Kunden merken sofort, wenn man lieblos ein anderes Konzept kopiert oder nur einen Standard-Burger im Programm hat. Selbst beim Foodtruck-Klassiker Burger können Veränderungen den Unterschied machen: Verwende einzigartige Brötchen, handgemachte Soßen, regionale Zutaten etc. und zeige Begeisterung für das, was du machst.

Fehler 11

Du hast keinen Businessplan, doch die klassischen W-Fragen im Vorfeld zu beantworten ist unerlässlich.

Ob für eure eigene Planung oder für externe Geldgeber: Der Businessplan reicht von einer groben Skizze bis zu einer detaillierter Rechnung für euer Tagesgeschäft. Dieser Punkt ist natürlich sehr umfangreich und zeitaufwändig, aber wir werden dich in Zukunft zum Thema Businessplan verstärkt unterstützen.

Das Foodtruck-Business ist wie jedes andere kein Selbstläufer. Doch mit viel Engagement, Wagemut, Kalkulation und Leidenschaft kann es sehr erfolgreich sein. Wir wünschen euch einen guten Start oder eine umsatzträchtige Fortsetzung eurer mobilen Küche. Wir unterstützen euch laufend mit neuen Artikeln, Tipps, Services und natürlich mit Craftplaces Business, damit man euren tollen Truck blitzschnell findet.

Diese 10+1 Fehler orientieren sich an den Artikeln »Why Food Trucks Fail« und »Why Do Food Truck Businesses Fail?«). Wir haben die Antworten für den deutschen Markt angepasst und mit praktischen Tipps ergänzt. Dort findet ihr auch mögliche Gründe von Foodtruckern, warum sie in den USA scheitern.

  • Autor
  • Markus A. Wolf
  • Letzte Änderung
  • 2018-12-14
  • veröffentlicht
  • 2016-09-27
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Portrait Markus A. Wolf

Markus A. Wolf

Vom Lebensmittelchemiker zum Designer. Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. „Slow food on fast wheels“ ist das Credo des Foodtruck-Experten und Innovationsmanager, mit dem er die Branche beschreibt.