Wer eine solche Aktion wie „Foodies for Foodtrucker“ startet, der sollte mit gutem Beispiel voran gehen und selbst der erste sein. Ich habe mich mit einer meiner Lieblingskreationen beschäftigt. Ein Gericht, das in Deutschland noch viel zu selten wirklich gut auf den Tisch kommt. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn man ein paar Dinge beachtet. Mein Herz schlägt für ein richtig gutes „Grilled Cheese Sandwich“.
Grilled Cheese Sandwich

„Grilled Cheese Sandwich“ mit weißem Cheddar und eingelegten Zwiebeln. Foto: © Kelly Bone / flickr.com (cc)

Das wahre „Grilled Cheese Sandwich“ ist außen goldgelb, vielleicht schon etwas braun und in der Hand stabil, nicht wie Gummi. Ein leichter Duft von in Butter geröstetem Brot steigt in die Nase und obwohl es gebraten wurde bleiben die Hände angenehm fettfrei. Der eine Teil der Genießer beißt jetzt genüsslich in das Sandwich, der andere teilt es diagonal und sieht zu, wie der geschmolzene Käse langsam zwischen den zwei Brotscheiben Fäden zieht und herausläuft. Der erste Bissen ist ein Genuss. Außen kross, knuspert es noch nach mehrmaligem Kauen und zwar genau dann, wenn dank der idealen Käsemischung, noch unterstützt von sagenhaften Butteraromen, der höchste Gipfel des Genusses erklommen wird. Wenn euch jetzt noch nicht das Wasser im Mund zusammengelaufen ist dann bitte noch einmal lesen. Für alle anderen hier der Weg zu eben diesem „Grilled Cheese Sandwich“.

„Es gibt nichts, das mit Käse nicht noch besser wird“

Voraussetzung für ein ideales „Grilled Cheese Sandwich“ sind drei Dinge:

Grilled Cheese Sandwich Käsefäden

Herrliches „Grilled Cheese Sandwich“, das ganz beispielhaft Käsefäden zieht. Foto: © Albert Lynn / flickr.com (cc)

  • Perfektes Brot: Idealerweise ein leicht süßliches Weißbrot. Einige Bäcker bieten dieses an, wenn man danach fragt. In Nürnberg stellt z.B. Hildes Backwut ein solches Toastbrot her.
  • Die richtige Käsemischung: Da der Käse sowohl ziehen als auch aromatisch sein soll, bedarf es einer Kombination von z.B. Emmentaler mit mittelaltem Cheddar. Je nach Kreation kann auch ein mehr oder weniger fädenziehender Käse genutzt werden. Wichtig ist nur, dass immer eine Kombination aus zwei Käsesorten zum Einsatz kommt.
  • Butter: Wer hätte es gedacht, Butter ist sehr wichtig. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, die Butter auf die Toastscheibe zu bekommen. Eine effektive und schnelle Lösung ist ein Butter-Roller. Alternativ kann man auch einen breiten Pinsel nehmen, um damit eine Seite gleichmäßig zu bestreichen.

Die so gebutterte Toastscheibe wird jetzt auf einen Plattengrill gelegt. Keine Rillen bitte, das passt nicht zu einem „Grilled Cheese Sandwich“. Jetzt eine Seite mit dem Käse und den weiteren Zutaten belegen; dabei bitte nicht beim Käse sparen, das wäre eine Schande. Kurz warten und dann die zweite Brotscheibe darauf legen. Nochmals etwas warten und dann wenden. Jetzt mit einem Burgerbeschwerer, oder alternativ auch mit geeignetem Wender, den Druck auf das Sandwich erhöhen, sodass es flacher wird und der Käse innen besser verläuft. Noch einmal wenden und „voilà!“, das Sandwich ist fertig. Jetzt diagonal halbiert und nun muss der Käse leicht zwischen den zwei Brothälften herausquellen - PERFEKT!

In dem Film „The Chef“ gibt es eine Szene, in der Carl Casper gespielt von Jon Favreau seinem Sohn Percy gespielt von Emjay Anthony ein perfektes „Grilled Cheese Sandwich“ zubereitet...

In den USA gibt es einige Foodtrucks, die sich ganz dem Thema „Grilled Cheese Sandwich“ verschrieben haben. Dort gibt es auch süße Varianten, die aber nach dem gleiche Muster zubereitet werden.

Einige Rezeptvariationen für „Grilled Cheese Sandwiches“

Rosemary Apple Butter Grilled Cheese Sandwich

„Grilled Cheese Sandwich“ mit Rosmarin und Apfel. Foto: © Kitchen Life of a Navy Wife / flickr.com (cc)

  • Junger Gouda, reifer Brie, Preiselbeermarmelade und Zwiebel Chutney
  • Junger Gouda, Stilton (oder anderer Blauschimmelkäse), karamellisierte Birnenstücke, gehackte Walnüsse, vielleicht noch abgelöscht mit Cointreau
  • Edamer, Cheddar und frisches Basilikum-Pesto
  • Emmentaler, Cheddar, angebratener gekochter Schinken und milder Senf
  • Junger Gouda, Cheddar, geschmolzene Zwiebeln und Röstzwiebeln
  • Emmentaler, Cheddar, getrocknete Tomaten (klein geschnitten) und gehackte Oliven
  • Emmentaler, Cheddar, Pulled Pork
  • Toast von beiden Seiten goldgelb angebraten und jeweils die Innenseite ordentlich mit Knoblauch eingereiben, dazu dann Emmentaler und Cheddar
  • ...wer immer noch nicht genug hat, der findet auf der folgenden Seite weitere „Grilled Cheese Sandwich“ Rezepte: 50 Grilled Cheese.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, nur sollten folgende Tipps beachtet werden.

Hummer Grilled Cheese Sandwich

„Grilled Cheese Sandwich“ mit Hummer. Foto: © Benny's Chop House / flickr.com (cc)

  • Keine zähen Zutaten verwenden, die schlecht abzubeißen sind. Diese sollten klein geschnitten werden wie z.B. Speck oder getrocknete Tomaten
  • Nicht überwürzen. Der Käse ist nicht nur Namensgeber dieses Sandwiches, sondern sollte auch noch herauszuschmecken sein
  • Keine feuchten oder nassen Zutaten verwenden. Diese vorher anbraten oder im Ofen trocknen
  • Heiß servieren, da es nichts Schlimmeres gibt, als einen erkalteten Käse im „Grilled Cheese Sandwich“

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und selbst überlegt, einen Grilled Cheese Truck zu starten, nur zu. Als zusätzlichen Anreiz gibt es noch den absoluten Verkaufsschlager oben drauf: der „Grilled Cheese Burger“. Zwei „Grilled Cheese Sandwiches“ werden als Buns genutzt und dazuwischen kommt dann der saftige Rindfleisch-Patie mit etwas Soße und Salat. Mehr braucht es bei dieser Kreation nicht - sie ist der Hammer und garantiert ein wirtschaftlicher Erfolg. Noch nicht überzeugt? Dann schaut euch doch mal diese Bilder an: Grilled Cheese Burger.

  • Autor
  • Markus A. Wolf
  • Letzte Änderung
  • 2019-01-18
  • veröffentlicht
  • 2015-09-11
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Portrait Markus A. Wolf

Markus A. Wolf

Vom Lebensmittelchemiker zum Designer. Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. „Slow food on fast wheels“ ist das Credo des Foodtruck-Experten und Innovationsmanager, mit dem er die Branche beschreibt.