Es sind schöne Zahlen: Mit inzwischen sechs Trucks fährt Goodman’s Burger Truck 80 Spots in und um Köln, Düsseldorf und Bonn an. Zum Wachstum trägt ganz erheblich das klassische Foodtruck-Produkt, der Burger, bei, den es hier in vielen Varianten gibt.

Zu Beginn der Erfolgsgeschichte des Goodman’s Burger Trucks stehen zwei klassische Ausgangspositionen: Ein gastronomischer Hintergrund und der Wunsch selbstbestimmt erfolgreich zu arbeiten. Das Goodman’s-Team bringt so Foodtrucks auf die Straßen und entschied sich für ein Kernprodukt – den Burger.

Der ist zwar allseits beliebt, im Foodtruck-Angebot mittlerweile auch etwas überpräsent. Das Team von Goodman’s Burger Truck setzt hier auf Bio-Qualität und stets neue Burger-Kreationen; seit 2013 sind sie damit zunehmend erfolgreich.

Im Zusammenspiel mit dem richtigen Standort ergeben sich die besten Vorraussetzungen für ein gesundes Wachstum des Foodtruck-Unternehmens. Mit unseren “zehn Fragen an…” wollten wir mehr zum Konzept des Trucks und den Menschen dahinter erfahren.

Erzählt bitte kurz was ihr in eurem Foodtruck anbietet!

Wie der Name erahnen lässt, stecken wir unsere ganze Liebe und Kraft in ein ausgewähltes Produkt: den Burger.

Wie seid ihr auf die Idee zu einem Foodtruck gekommen?

Wir hatten keine Lust mehr als Angestellte zu arbeiten und dabei oft genug unsinnige Vorgaben zu erfüllen, oder Überstunden zu kloppen während Andere das Geld dafür einsteckten. Die Festanstellung im Hotel oder Restaurant, ja die ganze Corporate World hatten wir satt.

In den USA lernten wir die Foodtrucks kennen. Die Möglichkeit damit flexibel zu sein und dort hinfahren zu können wo gerade Nachfrage war, begeisterte uns. Also kratzten wir unser Erspartes zusammen, bauten einen alten Imbisswagen um und sprangen Anfang 2013 ins kalte Wasser.

Bietet ihr ein spezielles Produkt an oder eher eine größere Palette an Gerichten?

Goodman’s Burger Truck steht für feinste Burger aus 180g Bio-Beef und handgemachten Buns. Wir arbeiten ausschließlich mit täglich frischen Zutaten, setzen Trends und servieren immer neue Burger-Kreationen, dazu gibt’s Fritten aus regionalen Kartoffeln.

Worauf seid ihr besonders stolz?

Wir sind besonders stolz auf das wunderbare Feedback, das wir sowohl zu unseren Burgern als auch zu den Mitarbeitern bekommen. Wir haben ein ganz tolles Team. Das ist täglicher Ansporn, uns immer weiter zu verbessern. Unsere treuen Kunden ermöglichen ein gesundes Wachstum, gerade haben wir Truck Nr. 6 auf die Straße gebracht. Diesen Erfolg teilen wir und engagieren uns für Flüchtlinge, seit einigen Monaten beschäftigen wir zwei bei uns. Zudem haben wir seit Sommer 2015 unsere erste Auszubildende, die nur gute Noten nach Hause bringt. Das macht uns sehr stolz.

Immer neue Burger-Kreationen

Fahrt ihr mittags oder abends eine Tour?

Wir fahren mittags und abends raus. Jeden Mittag fahren wir gleichzeitig drei bis fünf Städte an. Die Standorte innerhalb jeder Stadt wiederholen sich ca. im 14-tägigen Rhythmus. Aktuell sind das ca. 80 Standorte, an denen wir regelmäßig hungrige Menschen zur Mittagspause verwöhnen.

Abends fahren wir zu Events wie z.B. zum Streetfood Thursday auf dem Kölner Rudolfplatz und natürlich zu privaten Caterings. An Wochenenden stehen wir häufig mittags bis abends auf Festivals und Streetfood Events.

Wie häufig seid ihr auf Foodtruck- oder Street-Food-Events?

Mehrmals pro Monat.

Habt ihr einen gastronomischen Hintergrund?

Ja. Wir sind zwei Inhaberinnen, eine von uns kommt aus der Gastronomie und hat lange ein Hotel mit Restaurant geleitet. Die andere war früher Business-Kasper (Unternehmensberater) und kümmert sich um die Standorte und das Marketing bzw. den BWL-Kram.

Was waren eure größten Hürden auf dem Weg zum Foodtruck?

Das Schwierigste war, Standorte für das Mittagsgeschäft zu finden. Als wir 2012 mit den Recherchen begannen, kannte noch kaum jemand das Thema Foodtrucks. Da wir aber in den meisten Städten auf Firmen angewiesen waren, die mittags einen Stellplatz für den Foodtruck bereit stellten, mussten wir unglaublich viel Zeit investieren und Überzeugungsarbeit leisten.

Zudem mussten wir herausfinden, welche Gebiete funktionieren. Hat man endlich eine Firma gefunden, die einen bei sich stehen lässt, heißt das noch lange nicht, dass man dort genug Umsatz macht und sich ggf. erneut auf die Suche machen.

Mit jedem Truck der hinzu kam, akquirierten wir weitere Standorte. Inzwischen sind wir sehr breit aufgestellt und können die Standorte auch an andere Foodtrucks weitergeben, die nach uns gegründet haben.

Könnt ihr autark arbeiten oder benötigt ihr externen Strom?

Wir arbeiten im Mittagsgeschäft ausschließlich autark und würden niemals einen Foodtruck bauen, der dazu nicht in der Lage wäre. Wir könnten 70% unserer Standorte nicht anfahren, wenn wir nicht eigenständig wären. Außerdem fühlt es sich nicht gut an die Firmen, die ihr Grundstück zur Verfügung stellen, um Strom zu bitten. Drei unserer Fahrzeuge haben Generatoren, die anderen drei eine Akku-Anlage, die über Nacht aufgeladen wird. Alle können auch mit externem Strom arbeiten (z.B. bei Festivals oder Caterings).

Was würdet ihr beruflich machen, wenn ihr keinen Foodtruck hättet?

Vielleicht würden wir in unseren alten Berufen arbeiten.

  • Autor
  • Markus A. Wolf
  • Letzte Änderung
  • 2018-12-14
  • veröffentlicht
  • 2016-07-13
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Portrait Markus A. Wolf

Markus A. Wolf

Vom Lebensmittelchemiker zum Designer. Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. „Slow food on fast wheels“ ist das Credo des Foodtruck-Experten und Innovationsmanager, mit dem er die Branche beschreibt.