Nürnberg, Hamburg, Köln und München – Geballte Foodtrucker und Streetfood Kompetenz unter sich beim Burger Tasting in Dortmunds Top-Burger-Location Big Boost Burger. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Kategorie und Thema

Das hält die Streetfood- und Foodtruck Szene 2018 auf Trab

Zu Gast auf dem Streetfood Congress Europe 2018 in Dortmund

Portrait Markus WolfvonMarkus Wolf|vor 107 Tagen veröffentlicht
Street Food Congress Dortmund

Der STREET FOOD CONGRESS Europe wurde von Mike Süsser und Ulf Tassilo Muench eröffnet. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Gleich zu Beginn wurde in Dortmund ein Thema groß diskutiert und stand innerhalb der zwei Tage immer wieder zentral im Mittelpunkt: Events. Dabei ging es weniger um Event Organisation, als vielmehr die Standplatzvergabe auf jenen Streetfood Festivals. Angemerkt wurde auch, dass seitens der Veranstalter zwar einerseits Vielfalt gewünscht wird, aber Anbietern mit Produkten abseits der Klassiker nur schlechte Standplätze zugeteilt werden. Aber auch Kunden erwarten diese Vielfalt, essen dann aber doch wieder beim Burger- oder Pulled-Pork-Foodtruck. Dass diese Entwicklung nicht gut ist für die Streetfood Branche ist, dabei war man sich einig.

Ein weiterer Kritikpunkt im Eventbereich: die zahlreichen schwarzen Schafe, die sich auf sowohl bei den Eventveranstaltern wie auch bei den Streetfood Anbietern tummeln. Eine Lösung könnte ein Qualitätszertifikat für Anbieter und Organisatoren sein, welches von allen Beteiligten als hilfreich und sinnvoll erachtet wurde.

Logo Craftplacr Softwarelösung

Erfolgslösung für jeden professionellen Street Food Unternehmer: Der Zugang zu einem Millionenpublikum. Logo: © Craftplaces GmbH

Ein großer Vorteil für die neue Event-Saison wird sein, dass die Craftplaces GmbH auf der Plattform Craftplacr in Kürze ausgesuchten Eventveranstalter die Möglichkeit geben wird, ihre Events auf der Plattform zu hinterlegen. Auf diesem Weg erreichen Veranstalter direkt das Millionenpublikum der Streetfood Fans und können sich von den schwarzen Schafen der Branche absetzen.

Auf diesem Weg erreichen Veranstalter direkt das Millionenpublikum der Streetfood Fans und können sich von den schwarzen Schafen der Branche absetzen.

Lebensmittelüberwachung und deren Rechte

Dass das Thema Hygiene immer zu vollen Veranstaltungsräumen führt, ist sicherlich jedem bewusst, So auch auf dem STREET FOOD CONGRESS Europe. Unter dem etwas holprigen Titel „HACCP – Keine Angst vor der Kontrolle“ ging der zertifizierte Hygienebeauftragte Michael Bäuml auf die zahlreichen Fragen zum Thema ein. Eine Lösung für die regional doch extrem unterschiedlichen Bedingungen konnte aber auch er nicht bieten. Viele überraschtendie Befugnisse der Lebensmittelüberwachung:

  • Betretungsrecht zu allen Betriebsräumen
  • Betretungsrecht zu Betriebs- und Geschäftszeiten
  • Prüfung von Einrichtungsgegenständen und Geräten
  • Einsicht in Lieferscheinen, Rezepturen oder Schulungsunterlagen
  • Anfertigung von Fotos
  • Anfertigung von Abschriften und Kopien
Hygienebeauftragte Michael Bäuml

Der zertifizierte Hygienebeauftragte Michael Bäuml stellte sich den Fragen. Foto: © Markus Wolf / Craftplaces

Erfolgsboost für Streetfood und Foodtrucks – Craftplacr

HACCP – Keine Angst vor der Kontrolle

Gerade die letzten beiden Punkte stehen im direkten Konflikt mit der Wahrung von Betriebsgeheimnissen. Laut Michael Bäuml ist der Lebensmittelüberwachung beispielsweise das detaillierte Rezept von Coca Cola bekannt. Dass davon sogar Kopien angefertigt werden dürfen, überraschte mich persönlich doch sehr.

Aufgrund des großen Interesses zu dem Thema wird sich Foodtrucks Deutschland zusammen mich Michael Bäuml dem Thema Lebensmittelüberwachung noch einmal gesondert in einem Fachartikel widmen und umfangreich informieren.

International, international und international

Für mich persönlich war das Wiedersehen mit Brett Burmeister aus Portland eines der großen Highlights in den zwei Tagen – neben den abendlichen Burgern in Dortmund natürlich Food Brothers, Big Boost Burger, Roasters Burger). Brett veranstaltet regelmäßige Food-Cart Touren durch Portland und so lernte ich ihn auch kennen, als ich im Frühsommer 2017 nach Portland, Oregon kam, um dort die Food- und Bierszene mehrere Tage lang zu erkunden. Schon damals dachte ich mir: Die Welt ist tatsächlich ein Dorf, als wir im Gespräch auf die Streefood Szene in Deutschland und unsere gemeinsamen Bekannten zu sprechen kamen.

Food Cart Tour of Portland

Brett Burmeister von „Food Cart Tour of Portland“. Foto: © Markus Wolf / Foodtrucks Deutschland

STREET FOOD CONGRESS Europe 2018

STREET FOOD CONGRESS Europe 2018 in Dortmund. Foto: © Markus Wolf / Foodtrucks Deutschland

Wer den leidenschaftlichen Timers-Fan (Fußballclub aus Portland, OR) auch mal live erleben möchte, kann bei einem USA-Trip eine Tour in der tollen Stadt am Columbia- und Willamette-River einplanen. Hier erfahrt ihr mehr über die Tour und die Food-Carts in Portland.

Aber nicht nur Brett berichtete aus dem Ausland, sondern auch England war geballt auf dem Streetfood Congress Europe vertreten. Vertreter der dortigen Szene berichteten über die Situation der Streetfood Anbieter, das Tagesgeschäft und Events. Aber auch die kulinarischen Trends wie beispielsweise „Fried Chicken“, die man aktuell in London überall finden kann, kamen nicht zu kurz. London sollte für jeden Streetfood Einsteiger Pflicht-Recherche sein, da die Kosten für einen Flug dorthin überschaubar sind.

Catering, Event und Tagesgeschäft

Am zweiten Tag war dieses Dreigestirn ein großes Thema. Markus Bauer und Daniel Queng erzählten über ihre Erfahrungen mit Catering-Angeboten, Dr. Melanie Linden beschrieb, wie man Risiken bei Caterings abfedern kann und wie man überhaupt Kunden gewinnt. Gerade der Bedarf an Hilfestellungen zum richtigen Angebotsschreiben.

Die Erfahrungen von Jochen Manschke von der Lunchkarawane aus Hamburg und Mr. Foodtruck Klaus P. Wünsch von Foodtrucks Deutschland – kamen in der Diskussion zum Thema „Wie komme ich an gute Standplätze“ leider viel zu kurz. Was beide zu berichten hatten, war aber trotzdem sehr hilfreich für die Branchenvertreter. So erzählte Jochen, wie die Lunchkarawane in Hamburg arbeitet und wie hart der Weg zum aktuellen Erfolg war. In die gleiche Kerbe schlug auch Klaus, der aus der sehr erfolgreichen Foodtruck-Region Nürnberg berichtete. Auch dort musste das Mittagsgeschäft über längere Zeit gemeinsam (!) aufgebaut werden. Persönlich begeistert uns natürlich auch die Information aus der Auswertung eines Foodtrucks, dass über ⅔ der Kunden über die Foodtrucks App und über unsere Standort- und Städteseiten zu den Foodtrucks finden.

Matthias Graf – Klaus P. Wünsch und Jochen Manschke

Matthias Graf – Klaus P. Wünsch und Jochen Manschke, gemeinsam für ein erfolgreiches Tagesgeschäft. Foto: © Markus Wolf / Foodtrucks Deutschland

Fazit

Die internationalen Inhalte auf dem Kongress haben mich wirklich begeistert. Gründer, Küchenchefs und Foodblogger aus aller Welt berichteten von ihren Erfahrungen. Dies ermöglichte einen wunderbaren Austausch zwischen den Fachvorträgen – auch wenn er für mich persönlich etwas zu kurz kam. So hätte ich mich beispielsweise gern mehr mit den Kollegen aus London/ Birmingham ausgetauscht. Dass Organisation und Timing beim Kongress nicht die Beste war, blieb auch den Veranstaltern nicht verborgen. Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die aktuell stattfindende Professionalisierung der Branche auch die Inhalte des Kongresses mehr beeinflussen sollte.

Meiner persönlichen Meinung nach wäre es ideal, die Streetfood Convention und den STREET FOOD CONGRESS Europe zusammen zu legen, da sich beide Fachkongresse perfekt ergänzen würden. Ein noch größerer Austausch auch mit Unternehmen würde dies ermöglichen. Mal sehen, was die Zeit bringt :-).