Wer meint, dass ein Museumsbesuch wenig mit Kulinarik zu tun hat, der sollte sich einmal an einem Freitag Abend auf den Weg nach Oakland Kalifornien machen. Über zehn Foodtrucks sorgen dort jede Woche von 17 bis 21 Uhr für eine äußerst lebendige und geschmackvolle Kulisse. Unterschiedliche Gourmet Foodtrucks versorgen die Besucher nicht nur mit Burgern und Burritos.
Einfacher Burger mit Knoblauch-Pommes.

Einfacher Burger mit Knoblauch-Pommes.

Dass ausgerechnet das Oakland Museum of California vor über einem Jahr damit begonnen hat, Foodtrucks mit in deren Freitagsveranstaltung zu integrieren ist kein Wunder. Ist der Grundgedanke des Museums doch, die Menschen der Region dazu zu motivieren, eine lebenswertere Zukunft für sich und die Region zu schaffen. Auch in den USA sind Foodtruck-Gerichte wortwörtlich in aller Munde und die Chefs der Gourmet-Foodtrucks touren durch die regionalen Fernsehsender. Genau das Richtige, den Grundgedanken des Museums mit eben dieser Leidenschaft zu verbinden. Tausende Menschen nutzen jede Woche die Gelegenheit, sich mit leckeren Gerichten verzaubern zu lassen und das Museum zum halben Preis besuchen zu können.

Museum und Gourmet Foodtrucks, eine Erfolgskombination

Band und Zuschauer am Eingang des OMCA

Freitag Abend am OMCA (Oakland Museum of California).

Jede Woche finden andere Attraktionen in und um das Museum herum statt.

Bei den Besuchern kommt diese Kombination hervorragend an. Aber auch für die Veranstalter des Foodtruck LineUps „Off the grid“ ist der Freitagabend gerade in der Winterzeit eines der größten Events. Neben den Foodtruckern profitiert hauptsächlich das Museum von der gastronomischen Begeisterung. Zu guter Letzt sorgt der reduzierte Eintrittspreis für ein volles Museum. Deutschen Museen zeigt dieses Event, wie einfach es doch ist, Menschen mit etwas Besonderem zu begeistern. Kopieren ist hier nicht nur erlaubt, sondern zwingend auszuprobieren.

Was sind Gourmet Foodtrucks?

Sushi Burrito mit Soya „Papier“

Sushi Burrito mit Soya „Papier“ vom Foodtruck 'Kome Sushi Burrito'.

In vielen Eventankündigungen kann man „Gourmet Foodtrucks“ lesen. Wenn man die ganze Szene in den USA betrachtet, dann erkennt man, dass es sehr viele Trucks gibt, die Standardqualität anbieten. Mit dem Begriff „Gourmet“ versucht man die Foodtrucks hervorzuheben, die durch Qualität und Kreativität überzeugen. An diesem Freitag nutzte ich die Möglichkeit mir vor Ort selbst ein Bild zu machen.

Ergebnis: DER HAMMER! Jetzt habe ich wahrlich schon sehr vieles probiert und viele Gerichte verkostet. Was dort aber meinem Genießerherz geboten wurde, war an Ideenreichtum nur schwer zu übertreffen.

Neben den handwerklich hergestellten Donuts und frittiertem Gebäck (Apple Fritter) gab es eine äußerst gelungene Kombination von Sushi und Burrito vom Kome Sushi Burrito Truck. Wie passt das zusammen? Anstatt Nori wurde eine Soja Variante genutzt, die den Burrito zusammen hielt. Man hatte immer das Gefühl, einen Burrito in der Hand zu halten, aber auf der anderen Seite auch ein überdimensioniertes Sushi. Gefüllt ist dieser unter anderem mit Thunfisch und Krebsfleisch, selbst die Sojasoße war an das mobile Genießen angepasst. Geschmacklich perfekt abgestimmt war sie zähflüssiger als gewöhnliche Sojasoßen.

Beef Koja mit Kamikaze Fries

Beef Koja mit Kamikaze Fries vom US Foodtruck 'Koja Kitchen'.

Der Gourmet Foodtruck KoJa Kitchen hat etwas ganz Spezielles im Angebot: außergewöhnliche Burger! Statt Buns aus Weizen wird hier Reis angebraten und zum Bun geformt. Zusammen mit sehr würzigem Rindfleisch ein Hochgenuss. Besonders auffällig war die Faltung des Papiers, das den Reis-Burger zusammen hielt. Der Burger ließt sich so ohne Soßenflecken essen. Als Beilage gab es „Pommes“. Wobei dieser Begriff es hier nicht auf den Punkt bringt. Kartoffelgitter ist wohl die bessere Bezeichnung und sie passten und schmeckten perfekt zum Burger, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

„Cross-cut“ Pommes mit koreanischem BBQ Rind, Kimchi, japanischer Mayo und grünen Zwiebeln .

„Cross-cut“ Pommes mit koreanischem BBQ Rind, Kimchi, japanischer Mayo und grünen Zwiebeln .

Das Oakland Museum of California schuf zusammen mit dem Foodtruck Event-Organisator „Off the grid“ ein tolles Event. Museen in Deutschland sollten die Chance ergreifen sich ähnliche Eventformate auf die Beine zu stellen. Wir von Craftplaces unterstützen gerne interessierte deutsche Museen bei der Auswahl der Foodtrucks und geben unsere Erfahrungen von Großveranstaltungen weiter. Es gibt viele engagierte Städte in Deutschland, die tolle Kulturveranstaltungen etabliert haben. Jetzt ist es an der Zeit, diese auch kulinarisch auf ein hohes Niveau zu bringen.

  • Autor
  • Markus A. Wolf
  • Letzte Änderung
  • 2019-08-19
  • veröffentlicht
  • 2015-12-01
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Portrait Markus A. Wolf

Markus A. Wolf

Lebensmittelchemiker, Designer, Informatiker: Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. „Slow food on fast wheels“ ist das Credo des Foodtruck-Experten, Innovationsmanagers und Co-Founders von Craftplaces.