Mexiko liegt zwölf Stunden Flugzeit oder ca. 9.500 km von Deutschland entfernt. Trotz des starken spanischen Einflusses auf die Landesküche blieb viel von den alten Traditionen erhalten. Die mexikanische Küche ist so alt wie die chinesische, so komplex wie die französische und so exotisch wie die thailändische Küche.

Für Oliver Heins begann alles damit, dass er unter dem Namen „Casita Oaxaca“ in Gläsern abgepackte Salsas und Moles in Feinkostläden der Region Hamburg verkaufte. Seine Erfahrung aus Mexikos Küchen half ihm dabei, genau diese Authentizität nach Europa zu bringen, die dann hier mit herrlichem Geschmack und fantastischen Farben überzeugt. Im März 2015 sollte alles eigentlich mit einer Crowdfunding Kampagne starten. Aber erst ein gut ausgearbeiteter Businessplan brachte Oliver zum eigenen Foodtruck.

Ich hatte die Gelegenheit, Oliver unsere beliebten “10 Fragen an…” zu stellen. Hier sind seine Antworten.

Termine Foodtruck Casita Oaxaca

Die nächsten Foodtruck oder Street Food Termine sind zu weit weg!

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Erzählt bitte kurz was ihr in eurem Foodtruck anbietet!

Real Mexican Food ist unser Konzept: Tacos, Quesadillas, Ceviches und klassische Suppen wie die Sopa Azteca sind auf der Liste. Die Tortillas die wir benutzen sind aus Masa Harina Maismehl, hergestellt nach der traditionellen Nixtamal Methode wie die Azteken und Mayas sie schon gefertigt haben.

Vegetarisches, Fisch und Fleisch ist dabei mit traditionellen mexikanischen Saucen und Marinaden wie Mole Negro de Oaxaca, Al Pastor oder Chipotle en Adobo. Dazu gibt’s dann noch unsere Casita Oaxaca Salsas, von fruchtig bis würzig, von mild bis scharf. Die Salsas kann man auch mit nach Hause nehmen um selber damit zu kochen.

Der Truckaufbau ist von den Esselmann Werken gefertigt worden und auf einem Fiat Ducato aufgebaut.

Wie seid ihr auf die Idee zu einem Foodtruck gekommen?

Seit 2011 waren wir oft in Mexiko, haben dort auch im Restaurant gearbeitet und beim Reisen und Schlemmen die Kochkultur des Landes kennengelernt. Zurück in Hamburg fehlte das Geld für ein Restaurant, und die Street Food Szene und die Foodtruck Szene waren noch nicht am Abheben. Wir haben uns darauf konzentriert unsere Salsas und Moles in Gläsern abgepackt und unter dem Namen Casita Oaxaca in Feinkostläden und auf Foodie Märkten in Hamburg zu vertreiben.

Als dann die Street Food Szene explodierte, waren wir mit Ständen auf Events vertreten und haben dort unsere ersten Tacos serviert. Um einen Foodtruck zu finanzieren haben wir zuerst im März 2015 eine Crowdfunding Kampagne gestartet. Leider erreichten wir unser Finanzierungsziel nicht. Dank der Beraterfirma Four Quarters in Nürnberg, dem Epizentrum der Foodtruck Szene in Deutschland, arbeiteten wir dann einen Businessplan aus. Dieser wurde von der Hausbank und der KfW abgesegnet. Seitdem habe wir den Herbst damit verbracht den Truck zu designen. Und jetzt fährt er!

Bietet ihr ein spezielles Produkt an oder eher eine größere Palette an Gerichten?

Die Mexikanische Küche bietet uns eine breite Palette von Gerichten die alle das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Wir sagen: Die mexikanische Küche ist so alt wie die chinesische, so komplex wie die französische und so exotisch wie die thailändische.

Frisch, gesund, glutenfrei, mit viel Gemüse und genauso viel Potential geschmortes Schwein in Form von unserem Cochinita Pibil, Steak Tacos mit Guacamole, Chicken in unserer würzigen Chilli-Nuss Sauce Mole Negro oder krosse Baja California Fish Tacos anzubieten.

Unsere Quesadillas sind zum Beispiel mit einem Fleischgericht gefüllt oder einfach nur mit geschmolzenem Käse, Champignons und unserer Mojo de Ajo, ein aromatisches Knoblauchöl mit Gewürzen. Dazu unsere Salsa Verde mit Tomatillos, Limettensaft und Jalapenos. Oder unsere Salsa Amarilla mit gerösteten gelben Paprikas, Ingwer, Orangensaft und Habanero Chillies für ein bisschen Schärfe. Oder die würzig-rauchige Chipotles en Adobo Sauce, die einfach zu allem passt und der ultimative BBQ Geschmack ist.

Worauf seid ihr besonders stolz?

Mexiko ist voller Farben und Musik und wir denken, dass wir mit unseren Cochinita Pibil Tacos dies kulinarisch umgesetzt haben. Die fruchtig-würzige Marinade aus Achiote gibt dem geschmorten Schweinefleisch eine brisant rote Farbe, die in Orangen und Limettensaft eingelegten roten Zwiebeln und die gelbe Salsa drauf lassen den Taco farblich singen. Und schmecken tut er auch! Wir sind auch begeistert von unserem Designer, der eine aufregende und authentische Reihe von Symbolen und Gottesfiguren entworfen hat, die unseren Truck sehr besonders aussehen lassen! Danke an Chladny Design!

“Und jetzt fährt er!”

Fahrt ihr mittags oder abends eine Tour?

Unser Motto wird sein: Allzeit bereit. Das Mittagsgeschäft in der Region Hamburg ist zahlreicher, aber Events am Abend und Festivals werden auch gerne angefahren. Wir sind gerade erst am Anfang und noch dabei unsere Locations zu etablieren.

Wie häufig seid ihr auf Foodtruck- oder Street-Food-Events?

Ist im Moment noch schwer dies in Zahlen auszudrücken, wir hoffen aber gut viermal die Woche in Hamburg und Umgebung unterwegs zu sein. Dann natürlich freuen wir uns auf Festivals im Sommer.

Habt ihr einen gastronomischen Hintergrund?

Ausgebildet im Gewerbe sind wir nicht. Ich selber lebte 15 Jahre lang in London und genoss die dynamische Gastroszene dort in vollen Zügen. Hobby-Koch war ich auch und habe mir alles in langer Zeit Stück für Stücke selbst beigebracht. Irgendwann hatte sich dann die mexikanische Küche als Liebling herauskristallisiert und ab da ging’s dann auf eine neue Ebene.

Auch wenn unsere Zeit in Restaurants in Mexiko nicht faktisch eine Ausbildung darstellt, hatt sie doch schon ziemlich entscheidend dazu beigetragen den Betrieb des Trucks in die Gänge zu bringen.

Casita Oaxaca - Foodtruck aus Hamburg

Was waren eure größten Hürden auf dem Weg zum Foodtruck?

Die Finanzierung! Zwischen der Vision einen Truck zu betreiben, der gescheiterten Crowdfunding Kampagne, dem Businessplan für die KfW und der Abholung des Truck verging gut ein Jahr. Was uns allerdings die Gelegenheit gegeben hat, alles bürokratische, behördliche etc. langsam und sicher kennenzulernen.

Könnt ihr autark arbeiten oder benötigt ihr externen Strom?

Alles Equipment, das wir zum Kochen benutzen, läuft mit Gas. Strom wird nur für Beleuchtung, Kühlung benutzt. Autark sind wir leider (noch) nicht, vor Ort brauchen wir einen Schuko-Anschluss.

Was würdet ihr beruflich machen, wenn ihr keinen Foodtruck hättet?

Marktforschung und Consulting Projekte im FMCG Bereich für meine alten Arbeitgeber in London weitermachen.

  • Autor
  • Markus A. Wolf
  • Letzte Änderung
  • 2019-03-24
  • veröffentlicht
  • 2016-02-03
  • Tags
  • Bilder
  • Casita Oaxaca / Hamburg

Portrait Markus A. Wolf

Markus A. Wolf

Lebensmittelchemiker, Designer, Informatiker: Guter Ge­schmack ist ihm angeboren. „Slow food on fast wheels“ ist das Credo des Foodtruck-Experten, Innovationsmanagers und Co-Founders von Craftplaces.