Dass Nürnberg bei Touristen beliebt ist, mag bekannt sein. Doch wenn es um das Thema Kulinarik geht, wurde nun eine Besonderheit bei den Gästen deutlich. Ein Interview mit Yvonne Coulin, Geschäftsführerin der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg, über die Bedeutung der Foodtrucks für das Stadt-Image.

Den Titel “Foodtruck-Hauptstadt” hat sich Nürnberg in den letzten Jahren erarbeitet: 2010 startete mit RibWich einer der ersten Trucks in Deutschland. Es entstanden eine vitale Szene sowie die Original Foodtruck-RoundUps, die häufig über 10.000 Menschen anlocken und mittlerweile in ganz Deutschland stattfinden.

Dieser Erfolg freut uns aus der Perspektive von Craftplaces natürlich sehr. Doch wie sieht die Wahrnehmung seitens der Stadt Nürnberg aus? Im Zuge der Rekordzahlen bei den Übernachtungen verkündete die Congress- und Tourismus-Zentrale der Stadt, dass man das Thema Kulinarik mittelfristig “als Marketingschwerpunkt” setze. So präsentierte die Stadt unter dem Motto “Nürnbergs kulinarische Vielfalt” bereits das von unserem Co-Founder Markus Wolf mitgegründete Foodtrucks Deutschland.

Portrait Yvonne Coulin

Portrait Yvonne Coulin - © Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg

Wir wollten wissen, warum das Thema Foodtrucks und Kulinarik für die Stadt so bedeutsam ist und welche Besonderheiten Nürnberg dabei hat. Foodtruck-Fans findet mal auf allen Ebenen der Stadtverwaltung. Warum ist das so? Um dies zu beantworten unterhielt ich mich mit Yvonne Coulin, Geschäftsführerin der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg.

Welche Rolle spielt der Bereich Kulinarik für den Standort Nürnberg?

Seit 2010 befragen wir regelmäßig unsere Gäste darüber was sie interessiert und was sie unternehmen. Zu den Top-10-Aktivitäten gehört es Essen und Getränke der Region zu genießen. Im Vergleich zu anderen Städten ist dies außergewöhnlich stark ausgeprägt. Deswegen haben wir das Schwerpunktthema Kulinarik in der touristischen Vermarktung entwickelt und es 2016 als Kernthema neu aufgenommen.

Foodtrucks als Teil einer innovativen Gastro-Szene

Wie hat sich die gastronomische Szene in Nürnberg in den letzten Jahren gewandelt?

Aus der hier verankerten Gastronomie hat sich eine Szene entwickelt, eine innovative Szene, zu der ohne Zweifel die Foodtrucks gehören. Interessant ist auch, dass sich viele Burger-Läden mit Bio-Konzepten entwickelt haben, Kaffeeröstereien sind entstanden oder ein Brezen-Drive-In. Es sind neue Konzepte, die von jungen Leuten entwickelt und weiter vorangetrieben werden. Die Sensibilisierung für Qualität und Regionalität hat sich stark entwickelt, auch im Sterne-Restaurant-Bereich.

Wie hat sich das Bewusstsein der Kunden / Touristen verändert?

Es gibt ein Klientel an Touristen, das als Ziel seiner Reise die kulinarische Attraktion wählt. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft für gutes Essen auch mehr Geld auszugeben. Der beste Beweis dafür sind die vielen Kochshows. Die Folge: Was man dort sieht möchte man auch vor Ort geboten bekommen.

Foodtrucks stärken das Stadt-Image auch überregional

Wie fühlt sich Nürnberg als “Foodtruck-Hauptstadt”?

Wir haben hier mit dem RoundUp eine sehr große Veranstaltung in unserer Region und möchten deshalb mit unserer Vermarktung dem Thema Foodtrucks überregional weiter auf die Sprünge helfen. So werden wir im Laufe des Jahres immer wieder über die Foodtrucks berichten. Es ist eine innovative und hochqualitative Szene, die auch eine jüngere Zielgruppe anspricht und das ist für das Image einer Stadt immer von Bedeutung.

Timelapse-Video vom 5. RoundUp im Januar 2015 mit über 10.000 Besuchern

Als ich in den USA war, habe ich bei Pressekonferenzen vom Film “Kiss the Cook” (in dem in der dt. Übersetzung leider vom Imbisswagen statt Foodtruck gesprochen wird, Anm. d. Red.) erzählt. Hier wagt ein Gourmet-Koch einen Neustart mit einem eigenen Foodtruck. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch von Nürnberg und seiner tollen Foodtruck-Szene berichtet; sehr zur Überraschung der anwesenden Journalisten.

Taste Nuremberg - Nürnberg schmeckt mir

Wohin geht der Food-Trend?

Man müsste dazu wahrscheinlich Konsumforscher befragen. Auf jeden Fall wird das von den wirtschaftlichen Verhältnissen abhängen. Aber abgesehen davon kann man sagen, dass sich der Fokus auf Regionalität und Qualität noch verstärken wird. Die Leute entwickeln in Sachen Sport und Ernährung ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein. Eine hervorragende Basis für die weitere erfolgreiche Entwicklung der Foodtrucks Szene.

Herzlichen Dank an Frau Coulin für das Interview und die interessanten Antworten. Die positiven Aussagen zum Thema Foodtrucks und Stadt-Image spornen uns an das Thema Foodtrucks weiterhin in hoher Qualität und mit all seinen Facetten deutschlandweit zu transportieren.

  • Autor
  • Daniel Bendl
  • Letzte Änderung
  • 2019-12-15
  • veröffentlicht
  • 2016-05-02
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Daniel Bendl

Daniel Bendl

Daniel ist Geschäftsführer und Mitgründer von Craftplaces, Genießer fränkischer und internationaler Gaumenfreuden und Foodtruck Unterstützer der ersten Stunde. Er ist Experte wenn es um die digitale Vereinfachung des Foodtruck Alltags mit Hilfe von Craftplaces Business geht.